25 Jahre ist es her, das Michael das erste Mal vom Rosenlaui gehört hat. Und nie hat er es geschafft, dort hin zu kommen. Im März 2020 hat er noch einen Link (Rosenlaui) hier in den Blog gestellt. Und dann lange nichts mehr.
Bis wir heute bei unserem Wochenendaufenthalt in Innertkirchen entschieden haben, unseren Nachmittagsspaziergang in der Rosenlauischlucht zu machen. Gesagt getan! Am Vormittag liefen Anna, Elke und June noch durch die Aareschlucht. Lena und Michael fuhren mit den Töffs den Susten hinauf. Anschliessend gönnten wir uns alle 5 einen Mittagsschlaf und gegen 16 Uhr beschlossen wir los zu fahren.
Von Innertkirchen sind es nur 9 km bis zum Rosenlaui. Im Sharan keine Sache. Schnell kurvte Michael das enge Strässlein hinauf. Es wurde enger und enger und schöner und schöner. An der Zahlstation lösten wir ein Nachmittagsticket für 4 Franken zum Parkieren und fuhren weiter und weiter. Das Tal wurde breiter, die Ahornbäume standen auf den Wiesen. Und ganz oben entdecketen wir das Hotel Rosenlaui. Beeindruckend.
Zügig machten wir uns auf den Weg zum Eingang der Gletscherschlucht. Ob es sich wohl lohnt, die 40 Franken Eintritt (10 CHF pro Person) zu zahlen? Wir haben doch schon so viele enge Schluchten gesehen. Egal, wir wollen laufen und entdecken. Schnell ist bei der freundlichen Frau am Eingang gezahlt und wir 5 (ja, 5! 4 Erwachsene und June!) stapfen den Weg hinauf. Beeindruckend, wie das Wasser diese enge Schlucht geformt hat. Und das man schon Anfang des letzten Jahrhunderts einen Weg dorhinein „konstruiert“ hat, damit sich alle Besucher an den Wundern und der Kraft des Wassers erfreuen können.
Der Weg führt die Enge Schlucht hinauf, immer wieder bieten sich tolle Ansichten der Fallenden Wassermassen und tiefe Blicke in die Gletschertöpfe in denen das Wasser gurgelnd verschwindet. Auf gesicherten Treppenstufen, Stegen und Wegen geht es in der Schlucht, im Fels, durch beleuchtete und unbeleuchtete Tunnels hinauf. Immer wieder Fotostopp. Selfie, 5-er Selfie, Foto hier und Foto da.
Oben angekommen verlassen wir die Schlucht durch ein enges Drehtor. Gut das Lena June hochheben kann und beide durch das Enge Tor passen. Michael hätte sich das nicht getraut. Und klar ist ausserdem: Von oben ist diese Schlucht nicht zu betreten.
Wieder draussen erwartet uns auf einem kleinen Plateau ein ganzer Wald von Steinpyramiden. Wir beschliessen, noch ein wenig höher zu steigen, um noch einen Blick auf den Rosenlauigletscher zu erhaschen. Das ist zwar sehr schön, aber er ist noch sehr weit weg und das blaue Eis versinkt oben in den grauen Wolken, die aufziehen. Wir machen uns auf den Rückweg den gut ausgebauten Wanderweg wieder hinunter. Einige wenige Tropfen spüren wir, aber auch einige Sonnenstrahlen. Wir schaffen es trocken zurück zum Auto und fahren beglückt ob dieser schönen Eindrücke wieder zurück ins Tal.
Am Restaurant Kaltenbrunnen halten wir und genissen ein wunderbares Feinschmecker-Abendessen mit Lamm, Ravioli, Suppen, Salat und Appenzeller-Zitro-Panaché. So lecker und schön haben wir schon lange nicht mehr auswärts gegessen.